Miteinander leben-Miteinander spielenSt.Trinitatis arbeitet seit 9 Jahren integrativ "Warum hat das Mädchen einen Schlauch im Bauch?", "Warum muss sie immer trinken?" Kinder sind neugierig, interessiert, aufmerksam, stellen viele Fragen, wenn ein Kind anscheinend "anders" ist. Mittlerweile weiß jedes Kind im Kindergarten, dass man an diesem Schlauch, der aus Pias Bauch kommt, nicht ziehen darf und nicht so grob mit Pia umgehen soll und dass sie durch diesen Schlauch Essen, Trinken und Medizin bekommt. Und es scheint, als sei es für die Kinder mittlerweile das Normalste der Welt. Pia darf mitspielen, mit Pia wird gestritten, für Pia gelten die gleichen Regeln wie für alle anderen Kinder auch. Integrative Erziehung im Ev. Kindergarten St. Trinitatis Bork, nur ein kleiner Einblick aus 14 Jahren "Wohnortnaher Integration behinderter- und von Behinderung bedrohter Kinder". So nennt sich das Projekt des Diakonischen Werks in Zusammenarbeit mit evangelischen Kindertageseinrichtungen, in welchem Rahmen in Bork seit 1992 mittlerweile 20 Kinder mit unterschiedlichsten Behinderungsbildern, körperlichen und geistigen Einschränkungen und allgemeinen Entwicklungsverzögerungen betreut werden. In die Zielgruppe fallen keineswegs nur Kinder mit augenscheinlichen körperlichen- oder geistigen Behinderungen. Auch ein besonders auffallendes Verhalten welcher Art auch immer kann Ausdruck einer Entwicklungsverzögerung sein und bedarf besonderer Förderung.
Warum uns -dem Kindergarten-Team- dieses Projekt so am Herzen liegt?
Ein weiterer Schwerpunkt der integrativen Arbeit liegt in der wohnortnahen Betreuung des Kindes und seiner Familie. Der Besuch einer Tageseinrichtung vor Ort erspart der Familie weite Anfahrtswege zu Sondereinrichtungen, so dass durch die täglichen Kindergartenzeiten (7.00-14.00 Uhr, bei Bedarf auch übermittagbetreuung) die Teilnahme am alltäglichen Familienleben leichter fällt und mehr Zeit füreinander bleibt. Das gemeinsame Erleben
und Gestalten des Kindergartenalltags bringen Abwechslung für die
gesamte Familie. Sie können sich
aktiv einbringen und Kontakte zu anderen Familien aufnehmen.
Freundschaften und soziale Kontakte können auch über die
Kindergartenzeit hinaus bestehen bleiben. Genau
diese Umstände waren auch
1994 für Familie Krych entscheidend, ihren Sohn Jan-Philipp bei uns im
Kindergarten anzumelden. Jan-Philipp ist sehbehindert und den Besuch in
unserem integrativ
arbeitenden Kindergarten haben die Eltern als Vorbereitung auf seine
integrative Beschulung vor Ort gesehen, deren Alternative nur die
Sehbehinderten-Schule in
Münster gewesen wäre. Sind Sie aufmerksam oder neugierig geworden? Haben wir Fragen in Ihnen geweckt, die dieser Artikel nicht beantwortet? |